Symposium | Symposium "Räume machen Gemeinschaft"

Gemeinschftsräume im Fokus der Wohnprojektetage Rheinland-Pfalz 2017

Die Planung der Gemeinschaftsräume und Begegnungsflächen ist eine der größten Herausforderung bei der Gründung von Wohnprojekten. Als kommunikative Mitte bilden sie im besten Fall das Zentrum der Gemeinschaft. Am 1. September fand dazu im Zentrum Baukultur das Symposium "Räume machen Gemeinschaft" statt, dass sich mit der Frage befasste, wie diese Gemeinschaftsflächen baulich optimal geplant und mit kommunikationsfördernder Raum- und Außengestaltung umgeben werden können. Das Symposium war der erste Teil der Wohnprojektetage Rheinland-Pfalz 2017, die sich in diesem Jahr unter dem Titel "Mensch – Raum – Gemeinschaft" erstmals mit Gemeinschaftsräumen auseinandersetzten.

Thomas Dang, Vorstandsmitglied der Architektenkammer, begrüßte die Teilnehmer des Symposiums im Brückenturm Mainz. Berit Herger von der Landesberatungsstelle Neues Wohnen Rheinland-Pfalz, die das Symposium organisiert hatte, erläuterte das Anliegen der Veranstaltung. Bodo Frömgen-Siebenmorgen und Birgit Siebenmorgen vom Büro Alte Windkunst, die selbst seit gut 30 Jahren in einem Gemeinschaftsprojekt leben und arbeiten, hielten einen Vortrag zu Baugruppen und Gemeinschaftsräumen.  Dr. Harald Deinsberger-Deinsweger, Wohnpsychologe und Baubiologe, beleuchtete das Thema Gemeinschaftsräume aus wissenschaftlicher Sicht.

Mit einer Gesprächsrunde zum Thema "Der Rote Faden für die Gestaltung von Gemeinschaftsräumen" startete der zweite Teil der Veranstaltung. Herbert Sommer, stellv. Abteilungsleiter im Bau- und Finanzministerium Rheinland-Pfalz, erläuterte die Förderungsprogramme des Landes für Gemeinschaftsprojekte. Architekt Alexander Grünenwald betonte, dass es bei Gemeinschaftsräumen nicht nur um die Innenräume sondern auch Außenbereiche und Zwischenräume gehe. Die Architektin Beatrix Baltabol zeigte sich überzeugt davon, dass jede Baugemeinschaft individuelle Ansprüche an die gemeinschaftlichen Räume habe und daher jedes Bauprojekt individuell betreut werden müsse. Thomas Lückgen, Architekt vom Büro werk.um betonte, dass die Gemeinschaft über den Bauprozess hinaus erhalten werden müsse.

In der Pause bot sich auf der Empore die Gelegenheit zur Information zu Gemeinschaftsprojekten. Viele Besucher nutzen diese, zu Fragen an die Vertreter von auf die Arbeit mit Baugruppen spezialisierten Architekturbüros.

Die zweite Podiumsdiskussion befasst sich mit der Frage: Gibt es eine Wechselwirkung zwischen Mensch und Raum? Helene Rettenbach präsentierte dazu das Gemeinschaftsprojekt Sandberghof in Darmstadt, in dem sie lebt. Cathrine Bülow und Axel Köpsell stellten die Funktionsweise von Kolektivhäusern (Co-Housing) in Schweden vor. Köpsell machte dabei kulturelle Unterschiede im Zusammenleben nicht in Abhängigkeit vom jeweiligen Land, sondern der Unterschiede in der Mentalität der an sich Menschen aus.

Bei der Veranstaltung herrschte reger Andrang – rund 90 Teilnehmer informierten sich am Nachmittag im Brückenturm Mainz. Die Gäste im Zentrum Baukultur erhielten viele interessante Informationen und Denkanstöße zum Thema Gemeinschaftsräume. Auch untereinander fanden die Symposiumsteilnehmer ins Gespräch. Moderatorin Melanie Baumeister hielt die Fäden der Veranstaltung in der Hand und führte fachlich versiert durch den Nachmittag.

Das Symposium fand in Kooperation mit der Landesberatungsstelle Neues Wohnen Rheinland-Pfalz
Gefördert wurde die Veranstaltung durch das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie, das Ministerium der Finanzen und die Stiftung Baukultur Rheinland-Pfalz.

Freitag 01. September 2017

Zentrum Baukultur im Brückenturm | Rheinstraße 55 | 55116 Mainz

Veranstalter: Zentrum Baukultur Rheinland-Pfalz

Kooperationspartner: Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) | Landesberatungsstelle Neues Wohnen RLP

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