16.08.2019 | Pressemitteilungen

Initiativen leisten wertvollen Beitrag zur Stadtentwicklung – Was können Kommunen dafür tun?

Wohnprojektetag Rheinland-Pfalz: Konzepte für Gemeinschaft(en)

Koblenz. Gemeinschaftliches Wohnen ist im Trend: Immer mehr Menschen möchten mit anderen zusammenleben. Sie wünschen sich dafür Wohnanlagen, in denen es sowohl Rückzugsmöglichkeiten als auch gemeinsam genutzte Flächen gibt. Neben Nachbarschaftlichkeit und Gemeinsinn prägen neue Mobilitäts- und Nachhaltigkeitskonzepte diese Wohnprojekte. Die Umsetzung ist jedoch häufig noch schwierig.

Der 5. Wohnprojektetag Rheinland-Pfalz, der in diesem Jahr als Kontakt- und Fachbörse für gemeinschaftliches Wohnen am Freitag, dem 16. August 2019, von 10 Uhr bis 16.30 Uhr im historischen Rathaus in Koblenz stattfindet, geht unter anderem der Frage nach, wie Kommunen gemeinschaftliches Wohnen unterstützen können – etwa bei der Grundstücksvergabe.

Die Vielfalt beim Wohnen wächst. Immer öfter tun sich mehrere Familien und Einzelpersonen zusammen, um gemeinsam ihre Vorstellungen vom Zusammenleben zu verwirklichen. Es geht ihnen dabei nicht nur um ein Dach über dem Kopf, sondern auch um Nachbarschaft und Gemeinsinn, Freizeitkultur, Mobilität und ökologische Fragen. "Wohnprojekte können viel zum sozialen Leben und zur nachhaltigen Entwicklung einer Stadt beitragen. Daher unterstützt das Land Initiativen für gemeinschaftliches Wohnen mit der Finanzierung der Landesberatungsstelle Neues Wohnen und mit einer Anschubförderung dabei, ihre Projekte voranzutreiben und umzusetzen", sagte Sozial- und Demografieministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler auf dem diesjährigen Wohnprojektetag in Koblenz. Die Landesberatungsstelle Neues Wohnen Rheinland-Pfalz hatte dazu gemeinsam mit dem Zentrum Baukultur und der Stadt Koblenz eingeladen.

Unter dem Titel "Konzepte für Gemeinschaft(en)" zeigten Vertreterinnen und Vertreter von bestehenden und geplanten Wohnprojekten, wie gemeinschaftliches Wohnen aussehen kann. Gemeinsam mit Fachleuten aus Beratung, Coaching, Architektur, Baubehörden und Wohnungsbauunternehmen diskutierten sie, was Kommunen dazu beitragen können, damit aus Konzepten Realität wird. "Die Vorteile für die Städte liegen auf der Hand", sagte der Oberbürgermeister von Koblenz, David Langner. "Deswegen lohnt es sich, Bauflächen für diese Projekte einzuplanen."

Den Projektinitiativen fehlt es zwar selten an Ideen und Engagement, wohl aber an den passenden Grundstücken. In Bieterverfahren können sie mit den großen Wohnungsbauunternehmen meist nicht konkurrieren – jedenfalls dann nicht, wenn der Preis alleiniger Maßstab ist. Wie in den Diskussionen und Vorträgen deutlich wurde, können Kommunen den Zuschlag jedoch auch davon abhängig machen, wie gut ein Vorhaben dem Bedarf entspricht und was es für die Stadtentwicklung leistet. Dass die Konzeptqualität als Vergabekriterium möglich ist, haben Beispiele aus Landau und Mainz bewiesen. An den Erfahrungen der beiden Städte können sich nun andere Kommunen orientieren.

Informieren können sie sich auch in einem Ratgeber, den die Architektenkammer Rheinland-Pfalz zusammen mit Partnern wie dem Städte- und Landkreistag, dem Gemeinde- und Städtebund sowie dem Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen veröffentlicht hat. Die Vizepräsidentin der Architektenkammer Rheinland-Pfalz Edda Kurz stellte die "Orientierungshilfe zur Vergabe öffentlicher Grundstücke nach Konzeptqualität" auf dem Wohnprojektetag vor und warb dafür, dieses Instrument für eine sozialgerechte und qualitätsvolle Stadtentwicklung zu nutzen. Es ermögliche Kommunen, eigene Kriterien für eine nachhaltige Bebauung zu entwickeln und die Sozialraumentwicklung entscheidend zu beeinflussen.

Dr. Matthias Krell, Geschäftsführer der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG), verwies auf den Stellenwert gemeinschaftlichen Wohnens für die Gesundheit: "Immer mehr Menschen leben heute in Singlehaushalten und laufen damit Gefahr, zu vereinsamen. Soziale Isolation kann nicht nur psychische Folgen haben, sondern auch chronische körperliche Erkrankungen und Pflegebedürftigkeit begünstigen. Gemeinschaftliche Wohnformen können dem entgegenwirken", so Krell. Mit anderen den Alltag und die Verantwortung teilen und sich gegenseitig unterstützen – das fördere die Lebensqualität und wirke sich positiv auf die Gesundheit aus. "Mit der Landesberatungsstelle Neues Wohnen wollen wir den Initiatoren von gemeinschaftlichen Wohnprojekten Knowhow und Beratung bei der Umsetzung ihrer Vorstellungen anbieten."

Mit kurzen Vorträgen und Erfahrungsberichten präsentierten sich gemeinschaftliche Wohnprojekte aus Berlin und Darmstadt. Auf dem "Marktplatz" im historischen Rathaus von Koblenz hatten Wohnprojekte und Initiativen aus Rheinland-Pfalz, Partnerinnen und Partner aus Finanzwirtschaft, Architektur und Projektentwicklung sowie die Landesarbeitsgemeinschaft Gemeinschaftliches Wohnen RLP ihre Infostände aufgeschlagen.

Die jährlichen Wohnprojektetage Rheinland-Pfalz sind Kontakt- und Fachbörse für Wohnprojekte, Initiativen, Beratungskräfte, Architektinnen und Architekten, Kommunalvertretungen und alle Interessierten, die gemeinschaftlich wohnen oder Projekte auf den Weg bringen wollen. Die Wohnprojektetage werden gefördert vom Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz sowie von der Stiftung Baukultur Rheinland-Pfalz.

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