20.11.2017 |

Konstruktive und unabhängige Beratung bei Planungsvorhaben

Gestaltungsbeirat Nationalpark Hunsrück-Hochwald vorgestellt

Erbeskopf. Im Nationalparks Hunsrück-Hochwald ist am Montagabend der erste mobile Planungs- und Gestaltungsbeirat für ländliche Regionen in Rheinland-Pfalz vorgestellt worden. Das Gremium ist für eine Nationalpark-Region bundesweit einmalig, es soll regionale Baukultur fördern und mit seinem Vorbildcharakter zur Nachahmung anregen.

Zum Auftakt des Abends präsentierte der Kurzfilm "Wir sind Heimat" der Journalistin Prof. Dr. Katja Schupp Menschen aus der Region Nationalpark Hunsrück-Hochwald, die sich baukulturell engagieren. In seiner anschließenden Begrüßung betonte  Marc Hüllenkremer, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Thalfang: "Die Förderung der Baukultur wird einen wichtigen Beitrag dazu leisten, das Wir-Gefühl in der Nationalparkregion Hunsrück-Hochwald zu stärken. Unserer Bevölkerung und den Besuchern unserer Region können wir auf diese Weise zeigen beziehungsweise bewusst machen, was der Hunsrück auch in diesem wichtigen Themenfeld zu bieten hat."

Staatssekretär Dr. Thomas Griese vom Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz sagte in seinem Grußwort: "Ich freue mich, dass sich ein Planungs- und Gestaltungsbeirat auf Anregung der Nationalpark-Versammlung bildet. Denn der erste mobile Planungs- und Gestaltungsbeirat für ländliche Regionen in Rheinland-Pfalz hat Vorbildcharakter und ist für eine Nationalpark-Region bundesweit einmalig. Er wird die Kommunen mit freiwilliger Beratung künftig dabei unterstützen, das Erscheinungsbild der Nationalpark-Region unverwechselbar zu machen."  

Edda Kurz, Vizepräsidentin der Architektenkammer Rheinland-Pfalz, stellte die zukünftige Arbeit des Planungs- und Gestaltungsbeirat des Nationalpark Hunsrück-Hochwald vor. Dieser soll die städtebauliche, architektonische und gestalterische Qualität geplanter Bauvorhaben prüfen und ihre Auswirkung auf das Orts- und Landschaftsbild beurteilen. "Die fachliche Diskussion mit den Experten eines Planungs- und Gestaltungsbeirats als Beratung außerhalb bürokratischer Strukturen gibt den Bauherren und Gemeinden die Sicherheit, die richtigen planerischen Entscheidungen zu treffen und optimale Ergebnisse für die Standortentwicklung zu erzielen.", erläuterte Kurz die Vorteile des Hinzuziehens eines solchen unabhängigen Gremiums.

Aus der Praxis berichtet Uwe Schikorr, Ortsbürgermeister der Gemeinde Lingerhahn. In Lingerhahn war für die Konzeptionsphase der Renovierung und Erweiterung des Gemeindegebäudes mit Kindertagesstätte, freiwilliger Feuerwehr und Jugendraum erstmals ein mobiler Gestaltungsbeirat im Rahmen der Dorferneuerung hinzugezogen worden. Dieser habe alle Erwartungen erfüllt, so Schikorr. Neben der Einschätzung der städtebaulichen Einbindung und Gestaltung des Gebäudes seien "wesentliche Aussagen zur Nutzungsplanung, Barrierefreiheit sowie Angemessenheit der Investition" durch den Beirat getroffen worden.

Die nachfolgende von Bianca Klein vom Finanz- und Bauministerium Rheinland-Pfalz moderierte Gesprächsrunde diskutierte über die Arbeit und den Mehrwert von Gestaltungsbeiräten für Kommunen und über die Bedeutung regionaler Baukultur. Dr. Matthias Schneider, Landrat des Landkreises Birkenfeld, sagte zu den Erwartungen an den neugegründeten Planungs- und Gestaltungsbeirat: "In den vergangenen Jahrzehnten war bundesweit eine Anonymisierung der Ortsbilder zu verzeichnen, die zu einer mangelnden Identifizierung der Bewohner mit ihrem jeweiligen Ort und ihrer Region beigetragen hat. Der Nationalpark steht auch für Nachhaltigkeit und regionale Identität. Mit Hilfe des Beirats können sich diese beiden Ziele auch in einer modernen, unverwechselbaren Gebäudegestaltung und Ortsplanung wiederfinden." Dr. Harald Egidi, Leiter des Nationalparkamts, äußerte die Hoffnung, dass "unser Markenkern ‘Natur-Regionalität-Qualität‚ sich durch die Unterstützung des Beirates auch in der Gestaltung von Bauten und anderen Anlagen wiederfindet und ein damit verbundener Wiedererkennungswert für Gäste der Nationalparkregion gegeben ist". Christoph Heckel, Landschaftsarchitekt und designiertes Mitglied der Planungs- und Gestaltungsbeirat Nationalpark, nannte Wettbewerbe sowie Beratung und Kommunikation als weitere wichtige Instrumente zur Förderung der Baukultur. Heckel betonte: "Baukultur ist auch Prozesskultur. Erst im Vergleich unterschiedlicher Lösungsansätze und der Diskussion hierüber gemeinsam mit Fachleuten lässt sich zielsicher die beste und nachhaltigste Lösung finden." Bernd Hartmann, Bürgermeister der Gemeinde Veitsrodt, Mitglied der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz und ebenfalls designiertes Mitglied des Planungs- und Gestaltungsbeirates für den Bereich Ingenieurbau benannte die Verbesserung der Regenwassereinleitungen sowie die Reaktivierung von Löschwasserteichen als mögliche Projekte, bei denen der Beirat tätig werden könnte. So seien Löschwasserteiche innerorts als "dorferneuernde Gestaltungselemente denkbar", so Hartmann.

Einig war sich die Runde darin, dass Gestaltungsbeiräte als Instrument regionaler Planungs- und Baukultur nachhaltig im öffentlichen Diskurs verankert werden müssen und als Impulsgeber innerhalb der Planungsstrukturen dienen können.

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