22.05.2019 |

Strategien der Moderne am Beispiel einer Stadt: Kaiserslautern | TERMINANKÜNDIGUNG

Ausstellungseröffnung, Dienstag, 28. Mai 2019, 18.30 Uhr

Mainz. Die Architekturausstellung im Zentrum Baukultur Rheinland-Pfalz zeigt am Beispiel der Stadt Kaiserslautern, wie sehr das Bauhaus mit seinen avantgardistischen Konzepten die Moderne geprägt hat. In der Eröffnungsveranstaltung werden im Gespräch die vielschichtigen Bezüge zur Epoche der Moderne auf Mainz und andere Orte in Rheinland-Pfalz übertragen, um deren übergeordnete Gültigkeit zu diskutieren.

Thema der zum Bauhaus-Jubiläumsjahr konzipierten Ausstellung sind Bewegungen und Gegenbewegungen jener historischen Epoche der Moderne, die um 1800 begann und bis in die Gegenwart reicht. Wie sich die Moderne in einer rheinland-pfälzischen Stadt wie Kaiserslautern, weitab vom Bauhaus und den Zentren der Kunst- und Architekturdiskussion der Weimarer Republik manifestiert und welche Bedeutung diese Moderne bis heute über das bloß historisch Interessante hinaus hat, dokumentiert die Ausstellung "Strategien der Moderne am Beispiel einer Stadt: Kaiserslautern".

Zur Eröffnung der Ausstellung am Dienstag, dem 28. März, um 18.30 Uhr im Zentrum Baukultur Rheinland-Pfalz im Brückenturm Mainz, wird Gerold Reker, Präsident der Architektenkammer Rheinland-Pfalz, sprechen. Die rheinland-pfälzische Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen wird ein Grußwort halten. Gemeinsam hatten beide Institutionen die Ausstellung in Auftrag gegeben.

Der Kurator der Ausstellung Prof. Dr. Matthias Schirren, TU Kaiserslautern, wird in seiner Einführung die Intention der Ausstellung thematisieren. "Die Impulse der Moderne und der mit ihnen verbundene Mentalitätswandel sind nach wie vor wirksam, wie wir zu Zeiten der jüngsten industriellen Revolution, die im Zeichen des Digitalen und virtueller Welten steht, wieder einmal erfahren dürfen. Sie in Überkommenem und scheinbar Altem, und eben auch im Gewand von Historismus und Antimoderne, freizulegen, schärft die Sinne und übt das Denken.", erläuterte Schirren bereits vorab das Anliegen der Ausstellungsmacher.

Edda Kurz, Vizepräsidentin der Architektenkammer Rheinland-Pfalz, wird im Gespräch mit Prof. Dr. Matthias Müller vom Institut für Kunstgeschichte und Musik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz die in der Ausstellung dargestellten vielschichtigen Bezüge zur Epoche der Moderne auf Mainz und andere Orte in Rheinland-Pfalz übertragen, um deren übergeordnete Gültigkeit zu diskutieren.

Ausstellung
Eine Analyse der Plangrundlagen der Stadt seit 1800 – historisch betrachtet beginnt die Epoche der Moderne mit der Französische Revolution – zeigt die architektonische Kulmination der Strategien der Moderne, beispielsweise die Idee der Rationalisierung, aber auch die eines neuen sozialen Miteinanders ohne Standesgrenzen, auf den ersten Blick gut sichtbar in den am Weimarer und Dessauer Bauhaus versammelten, avantgardistischen Strömungen des 20. Jahrhunderts. Exemplarisch werden die Thesen an der architektonischen und städtebaulichen Entwicklung Kaiserslauterns erläutert: Von der Adlerapotheke (1809–10) über das Pfälzische Gewerbemuseum (1875–80) bis zum 84 Meter hohen Neuen Rathaus aus dem Jahr 1968, eines der markantesten aber auch umstrittensten Wahrzeichen der Stadt.

Eine Sonderabteilung ist dem Architekten Hermann Hussong (1881–1960) gewidmet, der die Geschichte des Städtebaus in Kaiserlautern zwischen 1909 und 1933 maßgeblich beeinflusste. Seine weitsichtigen Planungen sind bis heute stadtbildprägend. Gezeigt werden zeitgenössische Gipsmodelle und Fotografien, die sein Wirken dokumentieren. Von Architekturstudierenden der TU Kaiserslautern (fatuk) erarbeitete Nachzeichnungen der Pläne wichtiger Projekte Hussongs ergänzen diese und belegen die Aktualität des ursprünglichen, im heutigen Erscheinungsbild mitunter verwässerten Konzeptes seiner Bauten. Hussong war weder Bauhäusler noch ist sein Werk einfach nur vom Bauhaus abhängig. Wohl aber partizipieren seine Bauten an einem Architekturdiskurs, in dem die sogenannte Bauhausmoderne eine wichtige, aber eben nicht die einzige Rolle spielte.

Die Ausstellung wurde von der Architektenkammer Rheinland-Pfalz sowie dem Ministerium der Finanzen Rheinland-Pfalz in Auftrag gegeben und durch die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur gefördert.

Zu sehen ist die Ausstellung im Zentrum Baukultur bis zum 28. Juni, Mittwoch bis Freitag, 14 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung. Der Eintritt ist frei.

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