© Kristina Schäfer, Mainz

Ausstellung | Kommunikation im Raum

Jede Generation hat ihre Aufgaben und Ziele. Nach Wiederaufbau, Wirtschaftswunder und Konsum steht heute die Erhaltung der natürlichen Ressourcen im Mittelpunkt: „Das sollte Ihr Ziel sein, meine Generation hat dies leider verpasst“, eröffnete Eva Holdenried, Innenarchitektin und Vorstandsmitglied der Architektenkammer Rheinland-Pfalz, die Ausstellung und wandte sich in ihrer Begrüßung damit an die Gestalterinnen und Gestalter des Master-Abschlussjahrgangs der Fachrichtung Innenarchitektur. Nachhaltigkeit sei dabei als ein Handlungsprinzip zu verstehen. Es beinhaltet den schonenden Umgang mit Ressourcen in Form einer bewussten und zielgerichteten Auswahl von Materialien, ebenso wie einer effizienten und zukunftsorientierten Bauweise. Die Aufgabe der Absolventinnen und Absolventen von heute sei es, neben der Überwachung des Budgets, die Bauherrschaft von nachhaltigem Bauen zu überzeugen und zu begeistern, ermutigte Eva Holdenried und lud zu einem gemeinsamen berufspolitischen Engagement in Sachen Nachhaltigkeit ein. Prof. Markus Pretnar, Leiter der Fachrichtung Innenarchitektur, honorierte im Grußwort die hohe Qualität der Master-Abschlussarbeiten und betonte, dass deren Thesen auf einer eigens formulierten Problemstellung aufbauen. Gerade in diesen Zeiten, während der Coronapandemie, sei es für die sechs Absolventinnen und Absolventen enorm schwer gewesen, wie gewohnt zu recherchieren: Werkstätten waren geschlossen, Exkursionen nicht möglich und an der Hochschule in Mainz galt, wie deutschlandweit, ein absolutes Betretungsverbot. „Es herrschte Kommunikation ohne Raum“, so Pretnar und führte weiter aus, dass alle Korrekturen per Chat am Rechner stattfinden mussten. Das habe in seinen Augen gut funktioniert, aber dennoch zeitweise zu einer Art „digitalen Erschöpfung“ geführt. „Einen Raum nimmt man mit fünf Sinnen wahr – Raum ist nicht zweidimensional“, fasste er abschließend zusammen und sagte dankend: „Umso schöner ist es, die Arbeiten nun im Zentrum Baukultur entsprechend gewürdigt zu wissen.“ Nach einer kurzen Laudatio zu den Abschlussarbeiten mit anschließender Notenvergabe konnten sich die Besucher hiervon selbst ein Bild machen. Sie tauchten in die unterschiedlichsten Konzepte und Entwürfe ein. Aber auch die Modelle, Infotafeln mit Erläuterungstexten und Materialproben gaben einen guten Eindruck der jeweiligen Arbeit. Viele Arbeiten griffen soziale Aspekte auf. Da gab es Rückzugsorte (GemEinsam – Ort für Trauernde, Laura Jung), die Raum für Geborgenheit, Gemeinschaft und Austausch bieten, eine Architektur, die uns Zeit ohne technische Reizüberflutung schenkt (Timeout, Manuela Schnell) sowie ein Einsatzzentrum zur Bewältigung humanitärer Notfälle (EOC – Emergency Operation Center, Tobias Böminghaus). Nachhaltig wurde es im urbanen Raum (Venom co-Habitat, Hussein Nabolsi), der Bienen, Menschen und Pflanzen interagieren und co-existieren lässt. Menschen werden zur Interaktion inspiriert (Dialogspirale, Yasaman Soleymanian) und Pavillons im öffentlichen Raum lenken, auf experimentelle Art und Weise, den Fokus auf die zwischenmenschliche Kommunikation (Hushroom, Sonia Hilpert). Eine unabhängige Jury unter Leitung von Daniela Sachs-Rollmann, Vorsitzende des bdia Landesverbandes Rheinland-Pfalz/Saarland, besichtigte und bewertete die Masterthesen im Ausstellungszeitraum und vergab die Preise „bdia ausgezeichnet!“ für das Projekt GemEinsam von Laura Jung und „bdia anerkannt!“ an Tobias Böminghaus mit seinem Einsatzzentrum EOC als herausragende Abschlussarbeiten.

Montag, 13. Juli 2020 - Freitag, 17. Juli 2020

Zentrum Baukultur im Brückenturm | Rheinstraße 55 | 55116 Mainz

Veranstalter
Zentrum Baukultur Rheinland-Pfalz

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