Vier Bauepochen des Mainzer Doms sind mit den 3D-Siegerpokalen für die erfolgreichsten Laufteams des 11. Deutschen Architekturmarathons gedruckt worden. (Foto: Kristina Schäfer, Mainz)

Vortragsabend | Der Mainzer Dom: In Stein gehauener Machtanspruch

Vortragsabend zur (Bau)Geschichte des Mainzer Doms

"Zu keiner Zeit ist Architektur beliebig. Dies gilt gerade für den Mainzer Dom", stellte Dr. Elmar Rettinger bereits zu Beginn seines sehr anschaulichen Vortrags vor über 100 Zuhörern im Brückenturm Mainz fest. Der Historiker führte historisch versiert durch die in vier Epochen gegliederten Bauphasen des Mainzer Doms. "Um ein solches Gebäude zu würdigen, müsste man zugleich Historiker, Kunsthistoriker, Bauforscher und Theologe sein", so Rettinger. In seinen Ausführungen würdigte der Historiker vor allem die Forschungsgebiete der genannten Berufsgruppen. So ergebe sich aus der Frage "Warum wurde gebaut?" stets die Frage "Wie wurde gebaut?", sagte Rettinger, "aber auch aus der Art, wie gebaut wurde ergaben sich Hinweise darauf, warum gebaut wurde."

Der Dom sei immer ein Symbol geistlicher und weltlicher Macht gewesen. Erzbischof Willigis war es nicht gelungen, ihn als Reichsdom zu etablieren – "leider oder Gottseidank, je nach Perspektive", führte Rettinger weiter aus. "Wir haben den Dom als ein Gebäude kennengelernt, das sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder flexibel sowohl architektonischen als auch gesellschaftlichen Entwicklungen angepasst hat" erläuterte er weiter. Das zweite Domjubiläum habe damals den Anlass gegeben, eine Themenseite zum Mainzer Dom zu erstellen und den Dom im Internet zu präsentieren, gefolgt von der Idee, die Modelle von 1975 einzuscannen und als 3D-Modelle im Netz zu präsentieren, so der Historiker und ehemalige Leiter des Dom-3D-Projekts. Diese Digitalisierung der Dommodelle wurde vor rund zehn Jahren unter seiner Regie begonnen, immer verbunden mit dem Wunsch, eines Tages ein Modell mit der neuen Technik der 3D-Drucks zu erstellen.

Und eben diese ausgedruckten 3D-Modelle aus vier verschiedenen Epochen des Mainzer Doms überreichte Hartmut Woike von der AS Architekten-Service GmbH im Anschluss an den Vortrag von Dr. Rettinger an die erfolgreichsten Laufteams des 11. Deutschen Architekturmarathons. Dabei bestätigte auch Woike: "Ab zum Drucker und mal schnell raus damit" funktioniere auch heute leider noch nicht. So mussten die Sieger-Läuferteams des Architekturmarathons, der bereits am 5. Mai 2019 im Rahmen des Mainzer Gutenbergmarathons stattfand, geduldig bis zum Vortragsabend auf die Pokale der besonderen Art warten.

Die "Rooftop-Runners", Michael Beh, Joa de Abreu Soeiro, Marcus Gröschel und Hannes Sautter nahmen mit einer Gesamtzeit von drei Stunden, 22 Minuten und 22 Sekunden den Siegerpokal entgegen. Auf dem zweiten Platz landeten mit einer Zeit von drei Stunden, 27 Minuten und 48 Sekunden die "ABG-Frankfurt Holding 2" mit Patricia Kristen Molina, die zwei Teilstrecken absolvierte, Andreas Ramonat und Florian Tullius. Platz Drei mit einer Gesamtzeit von drei Stunden, 32 Minuten und 31 Sekunden belegten Andreas Meisner, Willi Heil und Mathias Schwanhäuser, der ebenfalls zwei Teilstrecken bewältigte, unter dem Namen "ABG-Frankfurt Holding 1". Das Team "Becker-Architektur 1" mit Anne Heidingsfeld, Stephan Becker, Britta Kipper und Simone Mühlhäuser erreichte in drei Stunden, 48 Minuten und 54 Sekunden das Ziel und bekamen dafür den vierten Pokal überreicht.

Auch die Besucher des Vortragabends bekamen die Möglichkeit, die Pokale, die durch die Sitzreihen gereicht wurden, aus der Nähe zu bestaunen. Ina Seddig, Kammergruppensprecherin des Landkreises Mainz/Mainz-Bingen, die die Besucher zu Beginn des Vortragabends begrüßt hatte, nahm zudem stellvertretend für das Zentrum Baukultur den Ehrenpokal entgegen.

Hintergrund
Das Dom-3D-Projekt war ein Gemeinschaftsprojekt des Instituts für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V., des Instituts für Raumbezogenen Informations- und Messtechnik an der Hochschule Mainz und des Bischöfliches Dom- und Diözesanmuseums Mainz.

Dienstag, 24. September 2019

Zentrum Baukultur im Brückenturm | Rheinstraße 55 | 55116 Mainz

Veranstalter
Zentrum Baukultur Rheinland-Pfalz

Kooperationspartner
AS Architekten-Service GmbH

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